Schimmelpilze mögen Feuchtigkeit

Schimmelbildung in Wohnräumen - Diese schwarzen, roten oder grünen Flecken an der Wand, hinter Schränken oder im Badezimmer sehen nicht nur unappetitlich aus, sondern können auch der Gesundheit schaden.

  • Schimmelpilze
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Gefahren

Wenn Schimmelsporen gehäuft auftreten, können das Immunsystem belastet und Allergien ausgelöst werden. Insbesondere bei bereits bestehenden Erkrankungen kann es zu Infektionen der Atemwege kommen.
Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können Mykosen (Pilzbefall) allergische Hautreaktionen, Erkältungssymptome sowie Augenbrennen und Kopfschmerzen hervorrufen.
Diese Pilze sind ein klassisches Innenraumallergen. Wer nachweisbar allergisch auf Schimmel reagiert, dem gewähren einige Krankenkassen Zuschüsse zur Wohnraumuntersuchung.

Definition und Ursachen

Exkurs: Physikalischer Hintergrund
Der Effekt, dass sich Feuchte an kalten Oberflächen niederschlägt, entsteht aufgrund der unterschiedlichen Speicherfähigkeit der Luft von Wasser in aufgelöster Form. Dabei ist die Lufttemperatur für die Speichermenge
ausschlaggebend. Bei etwa 20 °C Zimmertemperatur kann die Luft pro m3 bis zu 17,5 g Wasser aufnehmen.
Bei 5 °C ist die maximale Wasseraufnahmemenge nur noch 7 g pro m3 Luft. Kühlt sich nun die Luft an einem kalten Spiegel oder einer kalten Wand ab, kondensiert das nicht mehr in der Luft speicherbare Wasser.
Umgekehrt verhält sich die Luft bei Erwärmung. Wenn sie sehr feuchte und kalte Luft von draußen reinholen, wird sie durch das Erwärmen trocken, das heißt, sie kann noch größere Mengen Feuchte aufnehmen.

Schimmelpilze sind ein Teil unserer Umwelt. Fast überall kann man Ihre Sporen finden, auch in Innenräumen. Schimmelpilze brauchen als Nahrung organische Stoffe (Staub, Holz, Tapeten). Blumenerde kann sehr viele
Schimmelpilze enthalten. Obwohl sie in den meisten Fällen unschädlich sind, so kann es doch zu gesundheitlichen Problemen führen, wenn die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß übersteigt. Schimmelpilze benötigen viel Feuchtigkeit zum wachsen. Dabei reicht Luftfeuchtigkeit allein nicht aus. Ein weiterer Grund für feuchte Wände können auch Bauschäden sein. Eine erhöhte Feuchtigkeit innerhalb von Gebäuden kann mehrere Ursachen haben wie ein direkter Eintritt von Feuchtigkeit, z.B. über

  • undichte Dächer, Fallrohre und Dachrinnen
  • Wasser- und Abwasserleitungen, Kaminanschlüsse
  • eine vergessene Sperrschicht zum Erdboden
  • mangelnde Wärmedämmung
  • fehlender Verputz an der Außenwand
  • beschädigte Mauerwerke
  • zu kurze Trocknungszeiten nach Baumaßnahmen
  • nicht richtig ausgetrocknete Neubauten
  • Feuchtigkeitseintritt durch Überschwemmungen oder Rohrbrüchen

oder aber durch erhöhte Luftfeuchtigkeit aufgrund mangelnder Entlüftung der Wohnräume wie z.B.

  • falsches Lüften und Heizen, besonders in Neubauten
  • Wärme, vom Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen kondensiert an Scheiben und kälteren Gebäudeteilen
  • Tauwasserbildung (Kondensation) der Luftfeuchtigkeit im Bereich von Wänden, die aufgrund schlechter Wärmedämmung in einigen Altbauten Probleme bereitet
  • Wärmebrücken wie schlecht gedämmte Außenwände, Zimmerecken, Fensterstürzen und andere Baumängel führen in Neu- und Altbauten zur Wasserdampfkondensation.


Diese Aufstellung macht deutlich, dass neben den baulichen und bauphysikalischen Mängeln auch die Bewohner selbst zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit innerhalb von Gebäuden beitragen. Tätigkeiten wie Duschen, Kochen oder auch Wäschetrocknen, bei denen viel Luftfeuchtigkeit entsteht, können die Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Gebäudes schnell über das erträgliche Maß erhöhen. Hiervon sind besonders Neubauten betroffen, die aus Energiespargründen sorgfältig abgedichtet wurden.

Schimmelpilz

Was ist ein Schimmelpilz?

Pilze, die die typischen Pilzfäden und Sporen ausbilden werden unter dem Sammelbegriff „Schimmelpilze“ zusammengefasst. Während der Wachstumsphase bilden Schimmelpilze Zellfäden, die in den meisten Fällen farblos sind, so dass sich der Pilz in dieser Phase kaum erkennen lässt. Die Sporen bildet ein Pilz zur Vermehrung und Verbreitung. Diese Sporen sind meist schwarz oder gelb gefärbt, so dass sich ein Befall in dieser Stufe mit bloßem Auge erkennen lässt. 

Die hauptsächlichen Faktoren für einen Schimmelpilzbefall in Innenräumen sind: Feuchtigkeit, Temperatur und Nährstoffangebot. Als Nährboden können Schimmelpilze fast jedes erdenkliche Material nutzen wie z.B.

  • Farben, Lacke
  • Tapeten, Tapetenkleister
  • Gipskartonplatten
  • Pappe, Papier
  • Holz, Spanplatten
  • Gummi, Kunststoffe, Silikon ohne pilzhemmende Zusätze
  • Leder
  • Teppiche

Ebenso können Schimmelpilze in und auf Zement und Beton wachsen. Selbst auf Materialien, die selbst keine Nährstoffe abgeben können, wie z.B. Glas, können sich Schimmelpilze bilden, wenn sich zuvor Stäube und Partikel aus der Luft auf diesen Materialien abgesetzt haben.
 
Nur wenn eine bestimmte Mindestfeuchte vorhanden ist, können Schimmelpilze auf Materialien wachsen. Dabei ist aber nur das für den Pilz zur Verfügung stehende „freie“ Wasser  ausschlaggebend und nicht die Gesamtfeuchte des Materials. Auch in und auf Materialien, die scheinbar nicht nass sind können Schimmelpilze wachsen. Eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 80%  an der Oberfläche des Materials reicht aus. Die besten Wachstumsbedingungen finden sich immer dann, wenn es zu Tauwasserbildung in oder auf einem Material kommt.

Maßnahmen und Risikoverringerung

Mit einem sogenannten Hygrometer, einem Feuchtigkeitsmessgerät, kann jeder die Luftfeuchtigkeit in seiner Wohnung selbst prüfen. Diese Geräte geben eine Orientierung über die relative Luftfeuchte im Raum. Um die Gefahr von Schimmelwachstum zu verringern, sollte die Raumluft auf Dauer 65%-70% und die Luft knapp über der Wandoberfläche 80% nicht überschreiten. Bei Neubauten oder aber auch bei aufwendig sanierten Gebäuden wird der natürliche Luftaustausch durch die fast 100 prozentige Dichte der Fenster und Türen stark reduziert. Nur durch verstärktes Lüften kann die im Gebäude entstehende Luftfeuchtigkeit abgeführt werden. Mechanische Belüftungssysteme, also Anlagen die permanent einen hinreichenden Luftaustausch ohne Energieverluste beim Heizen sicherstellen  sollen, stehen in diesem Zusammenhang noch am Anfang.

Schimmelbeseitigung

Die im Handel erhältlichen Mittel versprechen eine rasche und dauerhafte Beseitigung der Schimmelplage.
Ihre Wirkung beruht auf Chlorverbindungen, Schwefel-Stickstoffverbindungen oder organischen Zinnverbindungen.
Besonders die chlorhaltigen Mittel haben zwar eine gute, rasch wirkende pilzbekämpfende Wirkung, ihre Inhaltsstoffe können aber für Menschen ähnlich schädlich sein, wie die Schimmelsporen.
Als umweltfreundliche Alternative bieten sich einige bewährte Hausmittel an.
Spiritus, Essigessenz (25-prozentige Säure) oder 5-prozentige Sodalauge müssen aber deutlich länger einwirken.
Diese Mittel helfen häufig im Anfangsstadium oder auch vorbeugend.
Im fortgeschrittenen Stadium können hochprozentiger Alkohol oder eine Salmiakverdünnung dem Schimmel zu Leibe rücken.
Tränken sie bei guter Belüftung und offenem Fenster einen Lappen oder eine Bürste mit dem jeweiligen Mittel und reiben die betroffene Stelle - notfalls mehrmals - kräftig ab.

Schützen sie dabei Ihre Augen und Schleimhäute!

Gegenmaßnahmen:

  • Achten Sie auf eine regelmäßige Lufterneuerung
  • Lüften sie die ganze Wohnung drei- bis viermal am Tag kräftig durch, indem sie mehrere gegenüberliegende Fenster für einige Minuten öffnen.
  • Halten Sie die Türen von Küche und Bad, wo große Mengen Wasserdampf produziert werden, zur übrigen Wohnung hin geschlossen. Feuchtigkeit soll am besten bereits während des Entstehens hinausgelüftet werden. Wo dies erst hinterher möglich ist, muss aber um so gründlicher gelüftet werden.
  • Verbannen Sie Waschmaschine, Trockner und nasse Wäsche in den Keller
  • Halten SieTüren zu weniger beheizten Räumen geschlossen , damit sich keine feuchte Luft an kalten Wänden niederschlagen kann.
  • Zimmerpflanzen können die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
  • Bei verschimmelten Blumentöpfen 2 cm der obersten Erdschicht durch Sand ersetzen.
  • Achten Sie auf Art und Anordnung der Heizkörper, aber auch auf die Möblierung. An Außenecken oder –wänden, die durch einen Schrank zugestellt sind, kann leicht Schimmel auftreten. Oft lässt sich der Schaden, durch Abrücken des Schranks um mind. 5 cm von der Ecke oder Wand weg, vermeiden.
  • Die relative Luftfeuchte in der Wohnung soll nicht mehr als 60 % betragen.
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