Fogging – Schwarze Wände

Fogging-Phänomen

Das Umweltbundesamt erreichten Mitte der neunziger Jahre erstmals Informationen über plötzliche schwarze Staubablagerungen in Wohnungen. Meist innerhalb einiger Wochen, teils sogar innerhalb einiger Tage, waren Decken, Wände und Einrichtungsgegenstände mit einer dunklen, rußähnlichen Schicht überzogen. Fast immer waren nicht nur ein, sondern mehrere Räume der Wohnungen betroffen.  Die Schäden reichten von kleinen Flecken bis hin zu großen Flächen, die aussahen, als ob ein Schwelbrand stattgefunden hätte.

Innerhalb und außerhalb der Wohnungen wurde nach möglichen Quellen für diese Rußablagerungen gesucht. Ohne Ergebnis wurden Schornsteine und Heizungsanlagen untersucht.  Ebenfalls schieden Einflüsse außerhalb der Wohnung und auch andere Ursachen zunächst aus, auffällig war aber, dass diese Phänomene nur während der Heizperioden auftraten.

Bis heute sind dem Umweltbundesamt mehrere tausend solcher Schwarzstaubablagerungen bekannt geworden. Diese auch als „Fogging-Phänomen“ bezeichneten Fälle erstreckten sich auf alle Bundesländer.

Da bei den Betroffenen nach wie vor Unsicherheit beim Umgang mit diesem Problem besteht dürfte die Dunkelziffer weit höher liegen. Oft wird dieses Problem schlicht weg hingenommen, ohne dass eine Ursachenbekämpfung oder Schritte zur Beseitigung durchzuführen.

Auf den Spuren des Problems

Ende der neunziger Jahre führte das Umweltbundesamt zwei Fragebogenaktionen durch, in denen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in den betroffenen Haushalten herausgearbeitet werden sollten. 287 Fälle wurden bis zum Ende des Jahres 2001 ausgewertet. Die wichtigsten Ergebnisse waren:

  • Die Befragten bezeichneten die Ablagerungen überwiegend als „schmierig-ölig“ und „schwarz-grau“. Diese Ablagerungen bildeten sich fast ausschließlich während der Heizperioden.
  • Es könnten zwar alle Flächen der Wohnung betroffen sein, der schwarze Staub zeigte sich aber am häufigsten oberhalb der Heizkörper, an Gardinen und Vorhängen, an Fensterrahmen, elektrischen Geräten und an den Innenseiten von Außenwänden.
  • Wohnzimmer waren häufig am stärksten betroffen, grundsätzlich traten die 
  • Ablagerungen aber in allen Wohnräumen auf.


In der Regel waren die Wohnungen mit modernen Heizungsanlagen ausgestattet. Kamine oder sonstiges spielten also keine Rolle. Die meisten Wohnungen wurden vor dem Auftreten dieses Phänomens renoviert (68%) oder neu gebaut (24%) und waren mit Teppichböden und Raufasertapeten ausgestattet. Maler- und Lackierarbeiten wurden bei 67% aller Wohnungen ausgeführt. Meistens wurden hierbei umweltfreundliche oder wasserlösliche Farben verwendet. Der Fußboden wurde in knapp der Hälfte der Fälle durch einen neuen Teppichboden erneuert. Größere bauliche Eingriffe wurden in knapp einem Drittel der Wohnungen vorgenommen. Im Zuge dessen wurden insbesondere moderne Heizungsanlagen und moderne Fenster verbaut. Auch wurden Dämmungen innen oder außen am Haus angebracht.

Kerzen wurden in mehr als der Hälfte der Haushalte abgebrannt. Die Anzahl der Kerzen schwankte von wenigen Kerzen in der Adventszeit bis hin zu einer täglichen Nutzung im Winter. Die Anzahl von Raucher- und Nichtraucherwohnungen hielt sich in etwa die Waage. Öllampen wurden in 28 Fällen, offene Kamine in drei Fällen und ein Kohleofen in einem Fall verwendet. 

Gegenüber nicht betroffenen Wohnungen gab es keine Auffälligkeiten in Bezug auf Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Für die Angaben zum Lüftungsverhalten galt dasselbe: im Allgemeinen wurde täglich gelüftet, hauptsächlich durch Stoßlüftung, ansonsten  zumindest durch eine häufige Kippstellung der Fenster. 

Die ermittelten Messergebnisse waren kaum miteinander vergleichbar, da Schadstoffmessungen nur in einzelnen Wohnungen und mit uneinheitlichen Methoden durchgeführt wurden. Dies nahm das Umweltbundesamt zum Anlass, verschiedene Einflussparameter in einem umfangreichen Messprogramm in den betroffenen Wohnungen in Hamburg, Berlin und Braunschweig unter normalen Lebens- und Wohnverhältnissen zu untersuchen.

Einflussfaktoren für "schwarze Wohnungen"

Hierbei ist zu beachten, dass nicht alle Faktoren gleichzeitig vorliegen müssen!

  • Einflüsse nach Renovierungen: Einträge von schwerflüchtigen organischen   Verbindungen über „Fogging-“ und/oder „Klebefilm Effekte“
  • Bauliche Gegebenheiten wie Wärmebrücken, „kalte“ Wandflächen, missliche strömungstechnische Einflüsse, Verringerung des natürlichen Luftaustausches durch gründliche Abdichtung von Gebäuden.
  • Eine ungünstige Raumausstattung mit Materialien wie PVC-haltige Dekorplatten sowie Möbel, die Weichmacher enthalten.
  • Raumnutzung: Freisetzung von schwerflüchtigen organischen Verbindungen durch Öllampen und/oder Kerzen in Verbindung mit periodischem Heizen, ungenügendes Lüften bei "luftdichten" Gebäuden und/oder eine in der Raumluft vorhandene erhöhte Konzentration von Staub.
  • Witterungs- und raumklimatische Einflüsse: erhöhte Elektrostatik der Luft und zu geringe Luftfeuchtigkeit.

Gefahren für die Gesundheit?

Nach gegenwärtigen Kenntnissen geht von „Fogging“-Ablagerungen keine unmittelbare Gefährdung der Gesundheit aus, da die Konzentration von Problemstoffen, wie Weichmachern und schwerflüchtigen organischen Verbindungen, nur geringfügig höher ist als bei nicht betroffenen Wohnungen. Nach bisherigem Kenntnisstand liegen die Konzentrationen deutlich unter denen, die als gesundheitsschädlich einzustufen sind. Jedoch können die eingeatmeten Stoffe zu vorrübergehenden Reizungen im Rachenraum führen. Mit diesen Reizungen sind allerdings keine weiteren gesundheitsschädigenden Folgen verbunden.

Neben den unästhetischen Gründen der unansehnlichen Wohnung und aus Vorsorgegründen sollte man deshalb die Ursachen klären und die Ablagerungen beseitigen.

Wenn die Ablagerungen aber eine erhöhte Konzentration an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Ruß aufweisen, kann ein Gesundheitsrisiko entstehen. Beides entsteht bei Verbrennungsvorgängen.

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